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Am Arbeitsplatz
Wenn Sie nicht gerade Leuchtturmwärter oder Zuchthauswärter in Sant Quentin sind, dann ist die
Chance, daß Sie nicht nur eine, sondern gleich eine ganze Handvoll Frauen an Ihrem Arbeitsplatz
treffen, immer gegeben. Wenn Ihnen in Ihrer beruflichen Umgebung bisher noch keine Frau
begegnet ist, für die Sie sich interessiert haben, dann liegt das entweder daran, daß Sie vor lauter
Bäume den Wald nicht sehen, oder aber (in den seltensten Fällen!) daran, daß da tatsächlich keine
ist, die für Sie bemerkenswert wäre. Und selbst wenn letzteres der Fall sein sollte, ist auch hier
noch alles drin: Ihre Kollegen und Kolleginnen haben gewiß Geschwister und Freunde
(Freundinnen), die Sie ganz interessant finden würden. Wenn es Ihnen also nicht liegt, sich in
Museen, Kaufhäusern, Restaurants oder anderen Plätzen nach einer Frau umzutun, machen Sie
einfach folgendes: Geben Sie eine Party, zu der Sie Kollegen und Kolleginnen mitsamt allen
weiblichen Wesen, die sie nur zusammentrommeln können, einladen. Ein paar Männer laden Sie
selbstverständlich auch ein. Aber Sinn und Zweck der Fete ist, daß Sie eine Frau finden,
beschränken Sie die geladenen Männer auf solche, die bereits eine feste Freundin haben - und ihr
auch treu sind. Derlei Partys, in regelmäßigen Abständen gegeben, dürften Sie innerhalb kürzester
Zeit so weit bringen, daß Sie einen Terminkalender führen müssen, um Ihre Verabredungen nicht
zu verpassen - oder gar verwechseln.
Gelegenheiten, sich mit den verschiedensten Leuten an Ihrem Arbeitsplatz anzufreunden, gibt es
mehr als genug.
- Der gestreßten Sekretärin können Sie sagen, daß sie ganz so aussieht, als könne sie einen Kaffee
gebrauchen - und ihr auch prompt einen (mit Milch und Zucker?) bringen.
- Vor Büroschluß formulieren Sie den Spruch natürlich um. Diesmal erzählen Sie ihr, daß sie so
aussieht, als können sie einen Drink vertragen. Und zu dem laden Sie sie dann ein.
- Selbst wenn die Frau, auf die Sie es an Ihrem Arbeitsplatz abgesehen haben, Sie bisher scheinbar
noch nicht bemerkt hat, können Sie fragen, ob sie nicht Lust hätte, mit Ihnen zu Mittag zu essen.
Selbst wenn Ihnen nur Zeit bleibt, gemeinsam in die Kantine zu gehen - immerhin haben Sie sie so
schon einmal an Ihrer Seite und können mit ihr reden.
- Sollte 'sie' in einer anderen Abteilung, einem anderen Stockwerk arbeiten wie Sie, so können Sie
fragen, wo sie - wenn sie nicht gerade wie jetzt im Moment neben Ihnen im Lift steht - zu finden
ist. Und da tauchen Sie dann im Laufe des Tages mal auf und sagen 'hallo!'.
- Bürofeiern sind auch immer eine gute Gelegenheit, die Frau, die Sie auch außerhalb der
Arbeitsstunden treffen möchten, anzumachen. Der Liebhaber von Michaela nahm eine solche
Gelegenheit war: Als sie dem Geburtstagskind einen freundschaftlichen Kuß gab, zog Oliver
Michaela mit den Worten: 'Oh, ich wollte auch schon immer von Ihnen geküßt werden' an sich. Da
küßte sie ihn dann eben - und küßt ihn heute immer noch. Und das, obwohl sie ihn fast ein Jahr
ignoriert hatte!
- Sie können natürlich auch die Nummer bringen, mit der sich Helen von Michael (zeitweilig)
einfangen ließ. Beruflich kannten sich die beiden schon eine ganze Weile - aber zu mehr als einem
Glas Wein nach Büroschluß war es in dem ganzen halben Jahr nie gekommen. Als sie wieder mal
nach Redaktionsschluß ein Glas Wein miteinander tranken, schaute er sie einfach eine Zeitlang
wortlos an. Als sie ihn schließlich fragte, worüber er grüble, sagte er: 'Ich denk darüber nach, wie
ich Dir sagen soll, daß ich gern mit Dir schlafen möchte.' Alles weitere dürfen Sie sich denken.
- Sie können Ihrer Auserwählen auch jeden Morgen eine schöne Rose auf den Schreibtisch stellen.
Das tun Sie so lange, bis sie so früh am Arbeitsplatz auftaucht, daß sie herausfindet, wer der
Rosenkavalier ist. (Keine Angst, sie wird es wissen wollen. Aber dann haben Sie, wenn Sie ihr
nicht total unsympathisch sind, leichtes Spiel. Die tägliche Rose bekommt sie natürlich weiterhin.
Die ist schließlich zu Ihrem 'Markenzeichen' geworden.)
Am einfachsten natürlich ist es, Frauen kennen zu lernen, wenn Sie einen Beruf haben, der Sie
täglich - oder so gut wie täglich - mit neuen Menschen zusammenbringt. Alle diese heißen Berufe
aufzuführen würde an dieser Stelle zu weit gehen. Aber ein paar Beispiele dafür, wie Sie Ihren
Spruch situationsbedingt zurechtbasteln können, sollen Sie als Anregung mit auf den Weg
bekommen:
- Staubsaugervertreter - 'Eigentlich wollte ich Ihnen ja diesen Staubsauger verkaufen. Aber dazu
habe ich im Moment gar keine Lust. Statt dessen würde ich viel lieber mit Ihnen essen gehen...'
- Scheidungsanwalt - 'Wenn Sie möchten, stelle ich mich gerne als Scheidungsgrund zur
Verfügung.'
- Politiker - 'Unter dem Siegel der Verschwiegenheit: Die Weltsituation ist so kritisch, daß ich mich
an Ihrer Stelle lieber heute als morgen noch so ausgiebig wie möglich amüsieren würde...'
- Kellner - 'Wenn Sie mich nicht verraten, zeige ich Ihnen morgen Abend ein Restaurant, in dem
Sie noch besser (und preisgünstiger) essen können, als in diesem hier!'
- Versicherungsangestellter - 'Ich kann Sie gegen Feuer, Wasser, Unfall (undsoweiter) versichern, -
nur gegen eins nicht: daß der Irish Coffee, zu dem ich sie hiermit einlade, nicht doch mit
schottischem Whisky gemacht ist.'
- Psychiater - 'Also das ist wirklich kompliziert. Wechseln wir ersteinmal die Umgebung und dann
fangen sie mit Ihrer Lebensgeschichte noch einmal von vorne an...'
- Praktischer Arzt - 'Ich fürchte, ich muß sie an einen Kollegen überweisen. Familienmitglieder
(oder solche, die es werden könnten) behandele ich nämlich nicht.'
- Computertypist - 'Ich bin so
überarbeitet, daß mir für das bißchen Freizeit, das ich habe, kein sofort wirksamer Spruch mehr
einfällt. Schreiben Sie doch mal ein File, wie man Männer aufreißt.'
- Musiker - 'Ob du's glaubst oder nicht, it's only Rock'n Roll.'
- Roadie - 'Wenn du willst, zeige ich dir gleich die Garderobe von Mike Jagger...'
Alles, was Sie tun müssen ist, wenn alles andere nicht mehr hilft: Auf einen der oben angegebenen
Berufe umsatteln. Oder einen ähnlichen kontaktfreudigen. Oder sich arbeitslos melden:
- Arbeitsloser - 'Ist es nicht herrlich, daß wir beide soviel Zeit haben, uns gründlich kennenzulernen
und uns miteinander 24 Stunden am Tag zu vergnügen?'
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